Gewindeeinsätze in der Industrie

Industriewerkzeuge und Zubehör

Gewindeeinsätze eignen sich zur Verstärkung oder zur Reparatur von Gewinden, die zum Beispiel verschlissen oder überdreht sind. Sie haben die Form eines Hohlzylinders mit einem Innengewinde und können in eine Bohrung eingesetzt werden. Hat eine Bohrung bereits ein Gewinde, so wird ein Drahtgewindeeinsatz verwendet. Es können damit vibrationssichere Mutterngewinde in Metallen erstellt werden, die eine geringe Scherfestigkeit haben. Man kann Gewindeeinsätze sehr gut in Bauteilen aus Aluminium und Magnesium verwenden. Auch für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe sind sie geeignet. Diese Schraubverbindungen sind besonders verschleißfest, haben eine geringe Gewindereibung, eine hohe Oberflächengüte und sind korrosions- und wärmebeständig.

Anwendungsgebiete

Gewindeeinsätze können im Maschinenbau, in der Elektroindustrie, in der Medizintechnik, im Automobilbau und in der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt werden. Es gibt auch Anwendungen in der Kraftwerktechnik und im Schiffsbau. In Fahrzeugen können damit zum Beispiel Reparaturen in Getriebegehäusen und Abgasanlagen vorgenommen werden. Bei Motoren aus Aluminium, wie sie zum Beispiel im Motorsport genutzt werden, könne stark beanspruchte und häufig benutzte Gewinde herstellt werden.

Einbau eines Gewindeeinsatzes

Das Loch mit dem beschädigten Gewinde wird mit einem Kernlochbohrer aufgebohrt. Bei besonders harten Materialien muss das Gewinde mit einem Gewindebohrer geschnitten werden. Der Gewindeeinsatz wird auf ein Eindrehwerkzeug gedreht und mit einer Mutter befestigt. Anschließend wird der Gewindeeinsatz in die Bohrung eingedreht. Das Aufnahmegewinde wird bei diesem Vorgang in das Werkstück geschnitten. Die Kontermutter wird mit einem Maulschlüssel gelöst. Gewindeeinsätze können auch maschinell eingedreht werden. Drahtgewindeeinsätze verfügen über einen Mitnehmerzapfen, der beim Eindrehen hilft. Dieser wird nach dem Eindrehen mit einer Spitzzange entfernt.

Material

Gewindeeinsätze können aus Edelstahl oder Messing bestehen. Für die Anwendung bei Kunststoffen werden zum Beispiel auch Varianten aus Messing verwendet.

Vorteile

Beschädigte Gewinde können einfach repariert werden und damit ganze Bauteile im Schadensfall einfach weiterverwendet werden. Die Montage erfolgt schnell und einfach wie bei einer Schraube. Der Konstrukteur hat bei der Wahl der Werkstoffe weitgehend eine freie Hand, da Gewindeeinsätze nur wenig Platz benötigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Last und die Spannung gleichmäßig verteilt sind. Steigungs- und Winkelfehler werden ausgeglichen, wodurch die Belastung auf die gesamte Länge des Bolzens verteilt wird. Die Schraubverbindung ist mit einem Gewindeeinsatz hochbelastbar, verschleißfest, vibrationssicher und torsionsfest. Sie ist außerdem korrosions- und temperaturbeständig. Es gibt auch Varianten mit Dichtring für Dichtungen. Neben der Reparatur von Bauteilen gibt es eine weiteres wichtigen Nutzen von Gewindeeinsätzen: die Auschussrückgewinnung. In der Großserienfertigung können bei der Fertigung von Gewinden Fehler entstehen. Anstatt aussortiert zu werden, können diese Bauteile durch Gewindeeinsätze wieder zurück in den Fertigungsprozess einfließen.

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